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Gestik-Lexikon: es beginnt mit dem Zeigefinger


Die Zeigegeste - eine Geste, die Donald Trump oft zeigt und die mit beeinflusst hat, warum er es im Rennen um die Präsidentschaft überhaupt so weit geschafft hat. Heute geht der US-Wahlkampf ins Finale. In diesem Artikel beleuchte ich den Ursprung und die Wirkung der Zeigegeste. Sie ist eine der ersten Gesten, die wir Menschen nutzen: schon im Alter von einem Jahr reagieren wir darauf, wenn eine Bezugsperson auf etwas zeigt und wir benutzen selber den Zeigefinger, um mit anderen unsere Wahrnehmung zu teilen. So entsteht eine Verbindung und ein gemeinsamer sozialer Raum, in dem sich Sprache entwickeln kann. Der Verhaltensforscher Michael Tomasello sieht in der Zeigegeste, den Beginn der Sprachentwicklung. Das Vorhandensein einer Sprache, die es uns ermöglicht, Wissen über Generationen hinweg weiterzugeben, ist das, was uns Menschen von anderen Tierarten unterscheidet.

Umso spannender ist es für die Wissenschaft zu untersuchen, wie sich Sprache eigentlich entwickelt hat und bei jeder neuen Geburt immer wieder aufs Neue entwickelt. Das Verbale entsteht aus dem Nonverbalen - der stillen Sprache von Mimik und Gestik, die mehrere Millionen Jahre alt ist, im Unterschied zur Sprache, die nach Schätzungen erst ca. 40.000 Jahre alt ist. Da erstaunt es nicht, dass Mimik und Gestik in ihrem Ausdruck solch eine kraftvolle Wirkung auf uns und unser Gegenüber haben kann. So wird Gestik zum Beispiel im politischen Wahlkampf bewusst inszeniert, um eine bestimmte Wirkung zu transportieren. In diesem Artikel geht es um die Mutter der Gesten: die Zeigegeste. Was bewirkt sie beim Gegenüber? Wie können Sie Zeigegesten nutzen, um Ihre Durchsetzungskraft und Ihr Führungsvermögen zu erhöhen?

Dies und mehr erfahren Sie in diesem Mitschnitt aus dem Interview, das DRadio Wissen mit mir geführt hat (gesendet am 05. November 2016).