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Der Mimikresonanz-Jahresrückblick und eine kraftvolle Übung für Ihr Lebensglück


Liebe Leserin, lieber Leser,

ich danke Ihnen für ein buntes, bewegtes Jahr und für die vielen Rückmeldungen zu meinen Analysen, die mir jeden Tag aufs Neue zeigen, wie nützlich und inspirierend der präzise Blick auf die stille Sprache von Mimik und Körper ist. Die Weihnachtstage laden dazu ein, innezuhalten, mit Dankbarkeit und manches Mal mit etwas Wehmut einen Blick zurückzuwerfen und nach vorne zu schauen, auf das, was kommt und auf das, was in der Zukunft erreicht werden kann. Ich möchte deshalb das Jahr mit einem kleinen Rückblick auf die drei nonverbalen Highlights 2016 abrunden und Ihnen abschließend eine Übung für Ihr persönliches Lebensglück mit auf den Weg geben.

Eines der Highlights aus mimischer und körpersprachlicher Sicht war das Statement unserer Bundeskanzlerin im Fall Böhmermann im April. Einer meiner persönlichen Höhepunkte war die Titelstory in der Sportbild mit der ausführlichen Mimik-Analyse von Jürgen Klopp - einem der größten Fußball-Trainer unserer Zeit, mit einem wirklich großartigen Mienenspiel: Klopp entschlüsselt. Im Herbst war ich dann sehr involviert in den US-amerikanischen Wahlkampf und habe mit Begeisterung für mehrere großen Medien die TV-Duelle der beiden Präsidentschaftskandidaten Clinton und Trump analysiert, sowohl das erste Duell wie auch das zweite und dritte Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten. Im Pressebereich finden Sie zu diesen Themen viele Fachartikel zum Downloaden und Radiointerviews.

Die Ereignisse dieses Jahres haben mich emotional sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht, auch zuletzt der Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Immer noch empfinde ich tiefe Trauer und auch Sorge über die Entwicklungen in der Welt. All dies zeigt mir: Wenn die Menschheit überleben möchte - und zwar überlebenswert, dann müssen wir global umdenken. Nicht nur im Kopf, sondern vor allem im Herzen gilt es den Schalter umzulegen. Die Entwicklung der emotionalen Kompetenzen spielt dabei eine Schlüsselrolle. Dies zeigt allein der Umstand, dass zum Wort des Jahres 2016 der Begriff "postfaktisch" gewählt wurde. Betrachten wir die lokalen und weltpolitischen Ereignisse des letzten Jahres, so sticht doch eins deutlich hervor: Diskussionen und Entscheidungen werden weniger durch Fakten als viel mehr durch Emotionen bestimmt. Mittlerweile passiert dies nicht mehr nur unter der Oberfläche unseres bewussten Verstandes, sondern auf offener Bühne, für jeden Menschen wahrnehmbar. Deswegen spüre ich neben Trauer über die derzeitige Situation auch Handlungsenergie und Gestaltungsdrang. Das bedeutet für mich ganz konkret: Wir werden die Bemühungen in unserer Akademie, das Thema emotionale Intelligenz als Unterrichtsfach zu etablieren, im Jahr 2017 noch mehr forcieren und vorantreiben. So wird sich zum Beispiel ab April 2017 das Akademieteam vergrößern, damit wir dieses Herzensprojekt erfolgreich und schneller umsetzen können.

Was kann jeder Einzelne tun? Was können Sie konkret tun? Gandhi hat einmal gesagt: "Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt". Ich weiß nicht, welche Veränderung Sie sich wünschen, aber ich kann Ihnen sagen, was es aus meiner Sicht braucht: aufeinander zugehen, hinhören, hinsehen, bewertungsfrei, mitfühlen. Wir brauchen Menschen, die Brücken bauen statt sie abzureißen. Nicht nur mit anderen Menschen, sondern auch in sich selbst. Es geht nicht um die Entscheidung zwischen zwei Extremen, also nicht um die Frage, ob wir mehr Empathie in dieser Welt brauchen oder ob wir uns doch lieber abschotten sollten, um uns zu schützen. Es geht um die Frage, wie wir eine gesunde Balance zwischen diesen beiden vermeintlichen Gegensätzen meistern können - statt hin und her gerissen zu werden zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen der anderen. Ein Gleichgewicht zwischen Empathie und Impathie (ich-bezogene Empathie). Nur wenn uns dies gelingt, können wir wirklich glücklich sein und in Frieden miteinander leben.

Ich möchte Ihnen eine kleine aber kraftvolle Übung schenken, mit der Sie diese Fähigkeit trainieren können. Die Übung besteht aus zwei Teilen:

    1. Achten Sie in den nächsten 30 Tagen darauf, in welchen Momenten Sie Freude spüren und wie genau sie diese empfinden: woran konkret nehmen Sie in Ihrem Körper wahr, dass Sie sich freuen? Wie fühlt sich Ihr Körper in diesem Moment an? Sie werden merken, wie Sie mit fortschreitender Übung ein immer feineres Gespür dafür bekommen. Und Ihnen werden immer mehr Momente bewusst werden, in denen Sie ein Gefühl von Freude spüren, manchmal einfach nur, weil Sie sich über die kleinen Dinge des Lebens freuen. Halten Sie dann einfach für einen kurzen Augenblick inne und nehmen Sie einen bewussten Atemzug: beim Einatmen werden Sie sich der Freude bewusst und beim Ausatmen lächeln Sie diesem Moment zu, um ein Gefühl von Dankbarkeit zu kreieren. Sagen Sie sich nach innen, "Danke für diesen Moment"! Studien haben gezeigt: Dankbarkeit ist eines der gesündesten Gefühle und ein fruchtbarer Boden, auf dem wir aufblühen können.
    2. Achten Sie in den nächsten 30 Tagen auf die mimischen Signale von Freude bei den Menschen in Ihrer Umgebung: bei Ihrer Familie, bei Freunden und Bekannten, aber vor allem auch bei fremden Personen, die Sie auf der Straße sehen. Jedes Mal wenn Sie einen Gesichtsausdruck von Freude entdecken - sei er noch so subtil, nehmen Sie einen bewussten Atemzug: beim Einatmen werden Sie sich der Signale von Freude bewusst, beim Ausatmen lächeln Sie diesem Moment zu und wünschen Sie dieser Person innerlich und aus dem Herzen: "Möge deine Freude anhalten". Sie werden merken, wie viel Kraft es Ihnen gibt und wie viel Energie zu Ihnen zurückkommt, wenn Sie mit der Freude anderer mitschwingen. Neben Dankbarkeit ist laut Studien die Fähigkeit zu dieser sogenannten Positivitätsresonanz einer der wichtigsten Gesundheits- und Glücksfaktoren. Damit Sie wissen, auf welche nonverbalen Signale von Freude Sie bei diesem Schritt der Übung achten können, lassen Sie uns noch kurz einen Blick darauf werfen, wie Sie wahre Freude in der Mimik erkennen. Der mimische Ausdruck von Freude zeigt sich kulturübergreifend dadurch, dass der äußere Augenringmuskel kontrahiert: die Augen lachen mit. Während Körpersprache kulturspezifisch ist, verbindet die Mimik uns Menschen weltweit. Sie baut eine Brücke zwischen den Kulturen. So ist das Lächeln eine Sprache, die alle Menschen verstehen. In diesem Mitschnitt aus einem meiner Vorträge können Sie sich die nonverbalen Merkmale von Freude noch einmal vergegenwärtigen:



Durch den gleichzeitigen Fokus auf sich selbst und auf andere Personen, trainieren Sie Ihre Fähigkeit der Selbst- und Fremdwahrnehmung - zwei grundlegende Voraussetzungen für Empathie und Impathie. Indem Sie dabei Dankbarkeit und Wohlwollen trainieren, bringen Sie diese beiden Aspekte der emotionalen Intelligenz mehr und mehr in Balance. Mit fortschreitender Übungsdauer werden Sie merken, wie diese Einstellung und Fähigkeit zu einer neuen Gewohnheit wächst.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude und danke Ihnen, wenn Sie diese Idee mit Ihrem Netzwerk teilen. Jeder einzelne Leser, jede einzelne Leserin kann den Unterschied machen, den es braucht, um zu einer Bewegung zu werden und unsere Zukunft positiv zu beeinflussen. Wir stehen in diesem Augenblick an einer Weiche und wir bestimmen selbst, in welche Richtung wir den Schalter legen. Welche Richtung wählen Sie?

Herzlichst
Ihr Dirk W. Eilert