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Wie erkennen Sie Zuversicht und Zweifel in Mimik und Körpersprache? Am Beispiel des FC Bayern München. (Praxisreihe Mimik-Analyse)


Der FC Bayern München hat am vergangenen Mittwoch im Hinspiel des Champions League Halbfinales gegen Real Madrid mit 0:1 verloren. Morgen Abend findet das Rückspiel in München statt. Ich habe mir die Interviews der Bayern-Spieler und des Trainers Pep Guardiola von letzter Woche angesehen, um zu schauen wie zufrieden die Bayern mit ihrer Leistung waren und wie zuversichtlich sie morgen ins Rückspiel gehen. Ein guter Anlass für eine Analyse, die zeigt, wie sich Zuversicht aber auch Zweifel generell in Mimik und Körpersprache erkennen lassen. Dieses Wissen hilft nicht nur Trainern im Spitzensport dabei, mögliche Leistungsblockaden bei ihren Spielern rechtzeitig zu entdecken und so Maßnahmen zur Lösung der Blockaden einleiten zu können. In jeder beruflichen oder privaten Situation, in der wir andere Menschen dabei begleiten, bestimmte Ziele zu erreichen, bringt uns diese Erkenntnis unschätzbare Vorteile.

Die nonverbalen Merkmale für Zuversicht

Beginnen wir die Analyse mit der Frage, was Zuversicht eigentlich ist. Ist man zuversichtlich, blickt man auf eine bestimmte Sache in der Zukunft und glaubt daran, dass man diese erfolgreich bewältigen kann. Wir spüren, dass wir die Fähigkeiten besitzen, das angestrebte Ziel zu erreichen. Deshalb zeigt sich Zuversicht nonverbal durch den Ausdruck echt erlebter Freude in der Mimik. Denn Freude wird kulturübergreifend ausgelöst, wenn wir ein Ziel erreichen. Wenn wir an zukünftiges Ereignis denken und dabei durch unsere positive Überzeugung die Zielerreichung gedanklich vorwegnehmen, löst diese antizipierte und vorgestellte Zielerreichung in uns Zuversicht in Form von Freude aus.


Hier finden Sie dazu ein Beispiel mit Zeitlupenaufnahmen von Pep Guardiola:



Wie Sie in dem Video erfahren haben, zeigt sich echte Freude durch die Kontraktion des äußeren Augenringmuskels. Hier sind insgesamt also zwei Muskeln beteiligt:

    1. Der Musculus zygomaticus major (großer Jochbeinmuskel)
    2. Der äußere Anteil des Musculus orbicularis oculi (Augenringmuskel)


Muskeln_Freude
Bei einem sozialen Lächeln hingegen ist nur der große Jochbeinmuskel aktiv, der Augenringmuskel bleibt inaktiv. Den entscheidenden Unterschied macht also ein einziger Muskel: der Musculus orbicularis oculi – der äußere Augenringmuskel. Um Zuversicht in Form von echt erlebter Freude zu erkennen, müssen Sie somit auf die Augenregion achten.

Die nonverbalen Merkmale für Zweifel

Zweifel können Sie nonverbal an zwei Dingen erkennen:

    1. An Emotionen, die der Zuversicht entgegenstehen, wie zum Beispiel Angst
    2. An nonverbalen Inkongruenzen

Ein Beispiel dafür, wie sich Angst in der Mimik in Form einer Mikroexpression zeigen kann, finden Sie in diesem Video (insbesondere in der zweiten Szene zwischen Markus Lanz und Anastacia):



Bei einer nonverbalen Inkongruenz widerspricht der Körper dem, was eine Person inhaltlich sagt. Nonverbale Inkongruenzen zeigen sich besonders häufig durch sog. Embleme. Denn durch Embleme kommunizieren wir mit unserem Körper genauso klar wie mit Worten. Beispiele dafür sind Kopfschütteln und Nicken, sowie Schulterzucken. Ein sehr schönes Beispiel für solch eine Widersprüchlichkeit in der Körpersprache finden Sie in diesem Video am Beispiel Uli Hoeneß (in der zweiten und dritten Szene):