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Das Geheimnis glücklicher Paare oder Warum Beziehungen scheitern


Die Scheidungsrate ist so niedrig wie zuletzt vor zwanzig Jahren. Scheinbar gibt es immer mehr Paare, die eine glückliche Beziehung miteinander führen. Was unterscheidet die glücklichen Paare von allen anderen? Hier finden Sie einige einfache, aber sehr effektive Tipps für eine glückliche Beziehung.

In der neuesten radioeins-Folge können Sie sich diese Tipps auch anhören:



Streiten Sie konstruktiv

Streit kommt bei den glücklichsten Paaren vor. Entscheidend ist nicht, ob Sie sich streiten, sondern wie Sie mit Ihrem Partner streiten. Dazu hat der amerikanische Psychologe John Gottman ein sehr interessantes Experiment durchgeführt. Er bat über dreitausend Paare, sich 15 Minuten lang über ein Thema zu unterhalten, bei dem die Paare sich nicht einig sind. Dabei analysierte Gottman, per Videoaufzeichnung, sehr genau die Wortwahl, die Körperhaltung und insbesondere die Mimik. Die Ergebnisse sind wirklich sensationell! John Gottman gelingt es noch heute, mit einer Trefferquote von sage und schreibe 95 Prozent vorherzusagen, ob ein Paar in den nächsten 15 Jahren zusammen bleibt oder sich trennt.

Der Faktor, den Gottman in seinen Analysen als absoluten Beziehungskiller identifiziert hat, ist Verachtung. Sie zeigt sich durch zwei prototypische Gesichtsausdrücke: Wenn Ihr Partner schnell die Oberlippe einseitig hochzieht oder einseitig den Mundwinkel einpresst, dann ist das ein mimisches Signal für Verachtung.

Je häufiger diese Mimik in einer Beziehung auftaucht, desto näher ist das Paar an der Trennung. Verachtung tötet nämlich Empathie. Das heißt, man nimmt die Emotionen des Partners nicht mehr richtig wahr. Darüber hinaus haben andere Studien gezeigt, dass Verachtung das Immunsystem bei demjenigen senkt, dem diese Verachtung entgegen gebracht wird. Verachtung schwächt also nicht nur die Beziehung, sondern macht auch noch krank.

Glückliche Paare zeigen grundsätzlich weniger Verachtung in ihrer Mimik und dafür sehr viel mehr echte Freude. Aber Achtung: Echte Freude erkennen wir nicht am Lächeln, sondern an den Augen, wenn in den Augenwinkeln Lachfältchen entstehen. Glückliche Paare zeichnen sich aber nicht nur dadurch aus, dass mehr echte Freude zu sehen ist, sondern auch dadurch, dass sie sich mitfreuen, wenn der Partner sich freut. Das wird in der Fachsprache Positivitätsresonanz genannt. Studien haben gezeigt, dass das die Beziehungszufriedenheit erhöht und gleichzeitig der beste Stress-Puffer für Konflikte in einer Partnerschaft ist.

In einem weiteren Punkt unterscheiden sich glückliche Paare ebenfalls von anderen: ein Streit ist für sie nichts Schlimmes. In meinem neuen Buch „Der Liebes-Code – Wie Sie Mimik entschlüsseln und Ihren Traumpartner finden“ (Ullstein-Verlag) beschreibe ich fünf Grundsätze für eine konstruktive Streitkultur. Der erste Grundsatz lautet: Halten Sie einen Streit für etwas Natürliches!

Halten Sie einen Streit für etwas Natürliches

Dazu ist im Jahr 2014 eine Studie durchgeführt worden. Dabei wurden Paare nach ihrem Beziehungsmodell befragt. Zwei Modelle standen zur Auswahl - erstens: die Beziehung als perfekte Einheit, nach dem Motto „Topf findet Deckel“, zweitens: die Beziehung als gemeinsame Reise mit Höhen und Tiefen. Faszinierend ist, dass beide Beziehungsmodelle erst mal gleichermaßen glücklich machen. Streiten sich die Paare allerdings, dann knallt die Zufriedenheit bei den Paaren in den Keller, die sich als perfekte Einheit verstehen. Die Paare, die ihre Beziehung als Reise mit Höhen und Tiefen verstehen, kalkulieren die Tiefen, also Streits, von vornherein mit ein. Entsprechend erschüttert ein Streit ihre Beziehung nicht so stark und die Beziehungszufriedenheit bleibt stabil.

Alle fünf Grundsätze für konstruktives Streiten und drei Liebes-Booster für eine auf Dauer glückliche Partnerschaft lesen Sie in meinem neuen Buch: „Der Liebes-Code – Wie Sie Mimik entschlüsseln und Ihren Traumpartner finden“.

Der Liebes-Code